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4. Dresdner Kolloquium

Thema: Parasiten Infestationen in Geflügelhaltungen

Genetisch bedingte Resistenz gegenüber Helmintheninfektionen bei Legehennen

Prof. Dr. Dr. Matthias Gauly

Die Zucht auf Krankheitsresistenz ist mittlerweile zwar eine anerkannt wichtige Methode zur Vorbeuge und Kontrolle der Zahl an Erkrankungen, fand bisher allerdings nur sehr begrenzt Einzug in die praktische Zucht. Da der Einsatz von Medikamenten aber Kosten verursacht, zu Resistenzbildungen gegenüber den Wirkstoffen führt und Rückstandsprobleme im Lebensmittel und der Umwelt bedingt, besteht dringender Handlungsbedarf. Gründe für eine fehlende Integration der Krankheitsresistenz in Zuchtprogramme beim Geflügel waren bisher die weite Verbreitung des hygienischen Haltungsverfahrens Käfig sowie die z.T. ungelöste Frage der Merkmalserfassung bzw. der Auswahl geeigneter Hilfsmerkmale sowie mangelhafte Kenntnisse der genetischen Parameter dieser Hilfsmerkmale. Da für die eigentlichen Zielmerkmale häufig keine Daten zur Verfügung stehen, müssen statt dessen wegen der einfacheren Erhebung und Messung Hilfsmerkmale erfasst werden, die auf Grund ihrer Korrelationen zu den Zuchtzielmerkmalen mehr oder weniger geeignet erscheinen, das Zuchtziel zu verfolgen. Mit dem Indikatormerkmal Parasiteneizahl pro g Kot steht ein solches Indikatormerkmal zur Verfügung. Die Höhe der bisher geschätzten genetischen Parameter lässt eine Zucht sinnvoll erscheinen. Selektionsentscheidungen können auf der Basis des Hilfsmerkmals Eizahl pro g Kot (EpG) züchterisch sicher und ökonomisch günstig erfolgen. Dabei muß allerdings bedacht werden, dass die Einführung zusätzlicher Selektionsmerkmale den züchterischen Fortschritt der ökonomisch bedeutsamen Merkmale nachteilig beeinflusst. 

Kontakt:

Prof. Dr. Dr. Matthias Gauly
Department of Animal Science
Livestock Production Group
Albrecht Thaer Weg 3
37075 Goettingen
E-Mail: mgaulygwdgde

Non-genetic factors influencing helminth infections in chickens: an emphasis on nutrition

Gürbüz Daş und Prof. Dr. Dr. Matthias Gauly

Infections of laying hens with several helminth species are re-merging in the European countries. This is mainly because of the structural changes occurring in the housing systems of the modern husbandry. There are several environmental factors that affect establishment and further spread of the infections in layers. The most prevalent helminth species are the gastrointestinal nematodes, Heterakis gallinarum and Ascaridia galli, which have direct life cycles. Their eggs are thick-shelled and highly tolerant to the barn or external climatic conditions. Floor husbandry systems, particularly with outdoor access, enable completion of the life cycles and accelerate new or re-infections due to the efficient faecal-oral transmission route even if at lower stocking densities. Despite the growing interest in research, there is still no efficient vaccine against any of the chicken-helminths. Certain dietary factors (e.g., fibre) favour infections with nematodes, whereas some others (e.g., lysine) may reduce impact of the infection on chicken performance. Egg-shell degrading microfungi species may reduce environmental contamination. It seems that the nematode infections of chickens will be inevitable unless considerable changes in the housing systems take place in the future. Therefore, in addition to an improved hygiene and disinfection status in the farm, reducing adverse effects of the infections on animal welfare and performance may contribute to long-term sustainable solutions.

Kontakt:
Gürbüz Daş
Georg-August-Universität Göttingen, Department für Nutztierwissenschaften, 
Albrecht-Thaer-Weg 3,
 37075, Göttingen.
E-Mail: gdasgwdgde

Parasitenprävalenz in sächsischen Legehennenhaltungen

TA Roland Küblböck

Durch die Umstellung der Legehennenhaltungen auf alternative Haltungssysteme wie Boden- und Freilandhaltung hat die Belastung mit Endoparasiten wieder an Bedeutung gewonnen. Da jedoch in den meisten Legehennenhaltungen nicht oder nur sporadisch auf Endoparasiten untersucht wurde, konnte bisher keine Aussage über Vorkommen und Verbreitung verschiedener Parasiten in sächsischen Hühnerhaltungen getroffen werden. Durch den Geflügelgesundheitsdienst der Sächsischen Tierseuchenkasse wurde 2011 und 2012 ein Projekt umgesetzt, das zum Ziel hatte, Informationen über Endoparasiten in Hühnerhaltungen zu sammeln. Hierbei wurde erfasst, welche Helminthen und Protozoen mit welcher Häufigkeit in Boden- oder Freilandhaltung vorkommen. Aus den gewonnenen Daten wurden Empfehlungen für Tierhalter erarbeitet, um die Belastung mit Parasiten zu reduzieren und die Tiergesundheit zu verbessern. Es handelte sich dabei um eine Statuserhebung, bei der 630 Sammelkotproben aus 132 Betrieben untersucht wurden.

Kontakt:
Roland Küblböck
Geflügelgesundheitsdienst
Sächsische Tierseuchenkasse
Brückenstraße 2
09322 Penig

Parasitosen bei Nutzgeflügel - Schwerpunkt Legehennen

Dr. med. vet. Corinna Böhland

Parasitosen stellen nach wie vor einen nicht unerheblichen Anteil der Erkrankungen des Nutzgeflügels dar. So kann ein Befall mit Ektoparasiten infolge des starken Juckreizes zu vermehrten Gefiederschäden und/oder erheblicher Unruhe der betroffenen Tiere führen. Bei starkem Befall, zum Beispiel mit der Roten Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae), sind Todesfälle der Tiere durch Anämie möglich. Nicht zu unterschätzen ist die Bedeutung der Ektoparasiten insbesondere als Vektoren für Infektionskrankheiten bzw. Zwischenwirte weiterer Parasitosen.
Aber auch Endoparasitosen haben einen wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Geflügels. Je nach Befallsintensität können sich bei infizierten Tieren mehr oder weniger stark ausgeprägte Enteritiden ausbilden. Diese, zumeist subklinisch verlaufend, vermindern oftmals die enterale Resorption und ziehen letztendlich bei gleichzeitig erhöhter Futteraufnahme, Leistungsdepressionen wie verminderte Gewichtsentwicklung, unzureichende Eiqualität oder einen Legeleistungsrückgang nach sich. Zusätzlich beeinträchtigt beispielsweise ein Befall mit Askariden den Impferfolg durch die verminderte Ausbildung von Antikörpern nicht unerheblich.

Kontakt:
Dr. med. vet. Corinna Böhland
Alte Försterei 29
15711 Königs Wusterhausen

Tierarztpraxis Dr. med. vet. K. Böhland
Im Winkel 3
38835 Stadt Osterwieck/OT Deersheim

Kokzidiosen beim Wirtschaftsgeflügel: Grundsätzliches zum Entwicklungszyklus der Parasiten, zur Pathogenese und Immunität der Wirte

PD Dr. Monika Rinder, Prof. Dr. Rüdiger Korbel

Infektionen mit Kokzidien sind Ursache einer der häufigsten Erkrankungen in Geflügelbeständen und besitzen hohe wirtschaftliche Bedeutung. Beim Huhn kommen sieben Eimeria-Arten vor, die als Krankheitserreger für verschiedene Altersklassen der Hühner unterschiedliche Bedeutung besitzen. E. tenella und E. necatrix, die als die Arten mit der höchsten Pathogenität gelten, stellen vor allem in Aufzucht- und Mastbeständen bedeutende Krankheitserreger dar, während E. acervulina, E. mitis, E. maxima und E. brunetti primär in Legehennenhaltungen große Relevanz besitzen. Meist werden Mischinfektionen mit mehreren Eimeria-Arten festgestellt, die oft durch gleichzeitiges Vorkommen von Koinfektionen, zum Beispiel mit Clostridien oder Salmonellen, kompliziert werden. Die einzelnen Arten besiedeln verschiedene Darmabschnitte und unterscheiden sich in ihrer Entwicklung, Pathogenität und Immunitätsbildung.

Schwerwiegende Erkrankungen werden weniger durch Teilungsstadien der Eimerien im Darmepithel als vielmehr durch Vermehrungsvorgänge in subepithelialem Gewebe mit Eröffnung der dort vorkommenden Blutkapillaren verursacht. Hühner entwickeln infolge einer Infektion mit Eimeria sp. eine primär T-Zell-basierte Immunität, die weitgehend speziesspezifisch ist, also kaum Schutz gegen andere Arten bietet und die durch kontinuierliche Reinfektionen aufrechterhalten wird.

Kontakt:
PD Dr. Monika Rinder
Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Zierfische, 
Zentrum für Klinische Tiermedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München
Sonnenstr. 18
85764 Oberschleißheim
E-Mail: monika.rinderlmude

Kokzidiosekontrolle in der Hähnchenaufzucht mittels Einsatz von Kokzidiostastika

Dr. Franz Aigner

In der derzeitigen Kokzidienkontrolle in der Hähnchenaufzucht spielt der Einsatz von Kokzidiostatika nach wie vor eine entscheidende Rolle. Da in den letzten Jahren keine neuen Substanzen auf den Markt gekommen sind und einige Wirkstoffe die Zulassung verloren haben, ist ein ausgefeiltes Monitoring der Kokzidiensituation in jedem Durchgang unabdingbar. Nur durch die sorgvolle Kontrolle der Kokzidiostatikaeffektivität ist ein rechtzeitiger Umstieg auf andere Wirksubstanzen möglich. Es wird aufgezeigt, welche Parameter hier sinnvoll sind und wie diese Parameter kontrolliert werden können. Außerdem wird aus einer 20 jährigen Kokzidiostatikahistorie heraus über sinnvolle Rotations- und Kokzidiostatikaprogramme berichtet. Vor- und Nachteile des Einsatzes von Kokzidiostatika in der modernen Hähnchenaufzucht werden ebenfalls aufgezeigt.

Kontakt:
Franz Aigner
Peter-Henlein-Str.1
93128 Regenstauf
Tel.: 09402/3030
E-Mail: franz.aignerbrueterei-suedde

Kokzidienimpfung: Möglichkeiten und Grenzen

Dr. Isabelle Guillot

Die Kokzidiose ist eine weltweit verbreitete Krankheit mit erheblichen wirtschaftlichen Einbußen bei allen Nutzungsrichtungen von Geflügel. Seit 20 Jahren besteht neben dem Einsatz von Kokzidiostatika auch die Möglichkeit der Impfung. Es handelt sich dabei um eine Lebendimpfung, die in den ersten Lebenstagen verabreicht wird. Die Entwicklung des Impfschutzes hängt von der Replikation der Impfoozysten im Wirt und der Außenwelt ab.

Die Kokzidioseimpfung ist in Abhängigkeit von der Nutzungsrichtung des Geflügels unterschiedlich zu bewerten.

  • Bei Elterntieren wird die Impfung standardmäßig eingesetzt, da die Kokzidiostatikagabe über das Futter nicht gleichmäßig erfolgen kann.
  • Legehennenküken werden geimpft, um eine Kokzidiose in der Aufzucht zu vermeiden, aber auch und vor allem eine Kokzidiose in der Legephase, wo die Behandlungsmöglichkeiten sehr eingeschränkt sind. Die modernen Haltungsformen wie Volieren stellen eine besondere Herausforderung für die Kokzidioseimpfung dar, da sich die Impfkokzidien sowohl im Tier als auch in der Einstreu vermehren und vom Impfling wieder aufgepickt werden müssen. Empfehlungen werden hier besprochen.
  • Bei Masthähnchen wird die Kokzidioseimpfung standardmäßig in der ökologischen Haltung und in Mastprogrammen, die auf den Einsatz von Kokzidiostatika verzichten, verwendet. Für die konventionelle Mast ist die Impfung eine wertvolle Alternative, die sich im Falle von hohem Kokzidiendruck und Resistenzen rechnen kann. Es werden Ergebnisse von Einsätzen im Feld vorgestellt.

Kontakt:
Dr. Isabelle Guillot
MSD Tiergesundheit, ein Unternehmen der Intervet Deutschland GmbH
Feldstr. 1a
85716 Unterschleißheim
E-Mail: isabelle.guillotmsdde

Maßnahmen zur Bekämpfung der Roten Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae) in der ökologischen Legehennenhaltung

Johanna Schulz, Jutta Berk, Lars Schrader, Christian Ulrichs, Hafez Mohamed Hafez

Im Rahmen des BÖLN Projektes „Maßnahmen zur Bekämpfung der Roten Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae) in der ökologischen Legehennenhaltung“ (FKZ: 06OE108) wurden zwölf Silikate einer Charakterisierung ihrer Partikeleigenschaften unterzogen. Anschließend wurden die charakterisierten Präparate auf ihre Wirksamkeit gegen die Rote Vogelmilbe sowie deren Eier im Labor untersucht und miteinander verglichen. Insgesamt wirkten alle Silikatpräparate akarizid, aber nur eingeschränkt ovizid, wobei signifikante Unterschiede zwischen den Präparaten (p<0,05) vorhanden waren.

Zur Bestimmung des Einflusses der analysierten Parameter auf die LT50-Werte wurde eine schrittweise Regression rückwärts mit clusterrobusten Standardfehlern durchgeführt. Die Parameter Wasseraufnahmekapazität, Kationenaustauschkapazität und BET-Oberfläche haben diesen Untersuchungen zufolge einen signifikanten Einfluss (p < 0.01) auf die Wirksamkeit der Silikate, wohingegen der SiO2-Gehalt keinen signifikanten Einfluss hat.

In einem Tierversuch konnte gezeigt werden, dass die Ausbringung flüssiger Silikatpräparate  im belegten Stall nicht zu akuten Veränderungen im Atemtrakt von Legehennen führte. Bei der Untersuchung von zehn über ein Jahr mit Silikatstaub exponierten Hennen aus einem Praxisstall wurde in den Lungen aller Tiere und den Luftsäcken von drei der zehn Tiere fremdes Material nachgewiesen. Ein Zusammenhang mit den verwandten Silikatpräparaten konnte nicht bewiesen werden.

Parallel wurden Erhebungen zur Entwicklung des Milbenbefalls auf 17 ökologischen Lege-hennenbetrieben durchgeführt. Die im Institut für Tierschutz und Tierhaltung Celle (FLI) modifizierten Milbenfallen zur Befallerhebung erwiesen sich als praxistauglich. Prophylaxe und Monitoring sind wichtige Elemente einer erfolgreichen Milbenbekämpfung. Auf Betrieben mit hohem Milbenbefall war teilweise die Milbenzahl trotz Bekämpfungsmaßnahmen zwar hoch, blieb aber konstant und stieg nicht weiter anstieg an.

Kontakt:
Dr. Jutta Berk
Institut für Tierschutz und Tierhaltung, Friedrich-Loeffler-Institut
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Dörnbergstr. 25/27 | 29223 Celle 
E-Mail: Jutta.Berkfli.bundde
+49 5141 3846 150

Tetratrichomonas gallinarum als Ursache für Typhlohepatitis bei Zuchtgänsen – ein Fallbericht

Volker Schmidt1, Julia Böhme1, Rüdiger Hauck2, Hafez Mohamed Hafez2, Maria-Elisabeth Krautwald-Junghanns1
1 Klinik für Vögel und Reptilien, Universität Leipzig, 2 Insitut für Geflügelkrankheiten, Freie Universität Berlin

In einer Zuchtherde von Hausgänsen trat eine wiederholte Mortalität von 10% am Ende der Legetätigkeit auf, wobei bei den einjährigen Tieren die Mortalitätsrate bis auf 40% anstieg. Insgesamt wurden 18 Gänse pathologisch, parasitologisch, mikrobiologisch und molekularbiologisch in zwei aufeinanderfolgenden Jahren untersucht. Sechs männliche und weibliche Gänse (3/3) wurden zu Beginn der Legezeit untersucht. Neun weibliche Gänse wurden am Ende der Legeperiode untersucht und zwei weitere weibliche Gänse während der Legezeit im Herbst. Molekularbiologische Untersuchungen von Blinddarm- und Lebergewebe sowie Umweltproben (Fäkalien, Wasser, Einstreu und Kot von Ratten (Rattus norvegicus) von verschiedenen Standorten in der Anlage gesammelt) und verschiedene Fliegenarten (Fannia canicularisMusca domesticaMusca autumnalis) zum Nachweis von Histomonas meleagridis und Tetratrichomonas gallinarum wurden durchgeführt. Alle weiblichen Gänse im ersten Jahr der Eiablage wiesen eine diphteroide Typhlitis und Ablagerung von Kalzium in den Nieren auf. Eine akute nicht-eitrige Hepatitis wurde in zwei dieser fünf Gänse diagnostiziert. Aber auch eine zweijährige Gans am Ende der Legeperiode zeigte entsprechende Befunde. Hingegen lag eine Typhlohepatitis nicht bei dreijährigen Gänsen am Ende der Legeperiode, Gantern als auch nicht bei Gänsen zu Beginn bzw. währende der Eiablage vor. Tetratrichomonas gallinarum konnte sowohl in den Blinddärmen mit pathologischen Befunden als auch in denen ohne pathologische Befunde nachgewiesen werden. Darüber hinaus wurde Tetratrichomonas gallinarum-DNA in der Leber einer Gans mit Typhlohepatitis sowie im Kot der Gänse und Ratten als auch aus der Kleinen Stubenfliege (Fannia canicularis) nachgewiesen. Die Ergebnisse der bakteriologischen Untersuchung waren widersprüchlich. In nur einer Gans wurde Heterakis gallinarum im Blinddarm nachgewiesen. Salmonella sp., Brachyspira sp., Histomonas meleagridis oder Pilze waren in keiner der postmortal untersuchten Gänse nachweisbar.

Als Ursache der Typhlohepatitis und der damit einhergehenden erhöhten Mortalität kann folglich Tetratrichomonas gallinarum angesprochen werden.

Kalziumablagerung in der Niere ist ein häufiger Befund bei dehydrierten Vögeln in diesem Fall durch die dokumentierte Typhlitis verursacht. Ratten und die Kleine Stubenfliege scheinen potenzielle Vektoren für Tertratrichomonas galinarum zu sein.

Kontakt:
Dr. med. vet  V. Schmidt
Geflügelgesundheitsdienst Thüringen
Klinik für Vögel und Reptilien
An den Tierkliniken 17
04103 Leipzig
E-Mail: vschmidtvogelklinik.uni-leipzigde

Käferbekämpfung: Tropischer Schimmelplattkäfer in einer Pekingentenhaltung – ein Fallbericht

Dr. Christine Ahlers

In einem belegten Pekingentenstall wurde ein massiver Befall mit ca. 2 mm langen, dunkelbraunen Käfern festgestellt. Die Käfer wurden in der entomologischen Untersuchung als Ahasverus advena, Tropischer Schimmelplattkäfer, identifiziert. Dieser potentielle Vektor für verschiedene Pathogene ist an relativ hohe Temperaturen angepasst und benötigt für seine Entwicklung eine relative Luftfeuchtigkeit von über 65% - Bedingungen, die in den Sommermonaten in Entenställen gegeben sind.

Die Bekämpfung wurde in Zusammenarbeit mit einem Schädlingsbekämpfungsunternehmen unverzüglich nach der Ausstallung der Enten in 3 Schritten durchgeführt: (1) Trockenreinigung und sofortiges Ausbringen eines Kontaktgiftes auf den Oberflächen, (2) Verneblung eines Insektizids, (3) Reinigung und Desinfektion des gesamten Fütterungssystems inkl. Silo.

Kontakt:
Dr. Christine Ahlers
Fachtierärztin für Geflügel

Duck-Tec Brüterei GmbH
Reudener Straße 10
39264 Grimme 
Tel.:  +49 (0) 39248 / 944-31
Fax:  +49 (0) 39248 / 944-50
Funk +49 (0) 171 / 551 37 90
E-Mail: christine.ahlerswiesenhofde

Fallbericht: Histomonadose in einer bayerischen Geflügelhaltung. Auswertung der Befunde aus den letzten 10 Jahren – Erfahrungen und Ergebnisse aus der Praxis

PD Dr. H. Salisch und Dr. R. Hildebrand

Im Rahmen des Vortrages werden die Krankheitsverläufe von Histomonadose-Ausbrüchen in einer ausgewählten bayerischen Legehennenhaltung über 10 Jahre betrachtet. Anhand der Legeleistungskurven und Verlustlisten werden in diesem endemisch betroffenen Bestand Schweregrad und Krankheitsdauer beleuchtet. Tierärztliche Befunde und Behandlungsversuche von Sekundärinfektionen werden, soweit aufgetreten, dargelegt. Haltungssystem und Stalleinrichtung sowie das Terrain werden kurz charakterisiert. Der Betrieb wird in den letzten Jahren im Rahmen des Projektes „Neue und neu wieder auftretende Krankheiten“ des Tiergesundheitsdienstes Bayern begleitet. Klimadaten werden bezüglich einer eventuellen Korrelation von Niederschlägen und Temperatur sowie erhöhten Vorkommenshäufigkeit und Heftigkeit des Krankheitsverlaufes im Auswertungszeitraum betrachtet.

Kontakt:
Dr. Ralf Hildebrand
Fachtierarzt für Geflügel, Wild-, Zier- und Zoovögel
Geschäftsstellenleiter
 
Tiergesundheitsdienst Bayern e.V.
Geschäftsstelle Unterfranken
Stadtschwarzacherstr. 18
97359 Schwarzach
Tel.:     09324/9721-12
Fax:     09324/903370
Mob.:  0160/99279181
E-Mail: Ralf.Hindebrandtgd-bayernde

Auftreten von Histomonas meleagridis in Mastelterntierfarmen- ein Erfahrungsbericht

Dr. Matthias Todte

Durch das Auftreten von Verlusten durch Histomonas meleagridis in Mastelterntieren wurde diese Untersuchungsreihe durchgeführt. Die Tierverluste traten vorwiegend zu Beginn der Produktion auf und ebbten nach etwa einem Monat wieder ab. Untersucht wurden Sockentupfer von 40 Farmen, die im Institut für Geflügel der Freien Universität in der PCR auf Histomonas meleagridis getestet wurden. 39% aller Farmen waren demnach positiv, wobei in den Aufzuchten 33% und in den Produktionsfarmen 45% positive Ergebnisse detektiert wurden.  Um die Relevanz für die Produktionsergebnisse und den Gesundheitsstatus zu bestimmen sind die Verteilungen der Merkmale in Kreuztabellen für das Auftreten von Eileiterbauchfellentzündung, Askaridose, erhöhter Mortalität und Legeleistungsminderung dargestellt worden. In keiner dieser Aufstellungen konnte ein Zusammenhang von positiver PCR und den Produktions- bzw. Gesundheitsstatus ermittelt werden. Dies steht im Widerspruch zu anderen Untersuchungen und lässt uns vermuten, dass Mastelterntiere von Natur aus sehr widerstandsfähig gegenüber klinischen Symptomen der Black Head Erkrankung sind. 

Kontakt:
Dr. Matthias Todte
Tierartzpraxis MMT
Leopoldstrasse 116
06366 Köthen
Matthias.TodteTAP-MMTde