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5. Dresdner Kolloquium

Thema: Ausprägung der Immunkompetenz beim Geflügel und mögliche Einflussfaktoren

Entwicklung des Immunsystems beim Huhn

Silke Rautenschlein
Klinik für Geflügel, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Bünteweg 17, 30559 Hannover

Das Immunsystem stellt ein komplexes Netzwerk von Zellen und Molekülen dar, welche sich zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Embryogenese oder aber auch erst nach dem Schlupf entwickeln. Es braucht einige Wochen (vermutlich ca. 6 Wochen) bis nach dem Schlupf des Hühnerkükens, bis es sich vollständig entwickelt hat. Der Verlauf der Entwicklung wird durch den Genotyp sowie auch den Einfluss immunmodulierender Faktoren beeinflusst. Dies schließt Stress (z,B, Temperatur- oder Sozialstress), Fütterung und Infektionen/Mikroflora  sowohl auf der Elterntierebene, epigenetische Effekte inbegriffen, als auch bei den Nachkommen ein. Die Zellen des angeborenen Immunsystems wie Monozyten/Makrophagen, Granulozyten und Natürliche Killerzellen sind oligospezifisch und erkennen entwicklungsgeschichtlich eher konservierte Pathogen-assoziierte Strukturen (pathogen-associated molecular patterns; PAMS), sie entwickeln sich bereits im Embryo und sind in diesem Prozess weniger Anfällig gegenüber äußeren Einflüssen. Die volle Funktionalität der heterophilen Granulozyten ist beispielsweise aber erst nach 2 bis 3 Wochen nach dem Schlupf zu erwarten.

Auf der anderen Seite weisen die Zellen des adaptiven Immunsystems jeweils spezifische Rezeptoren auf und sind somit hoch variable. Ihre Entwicklung beginnt bereits vor dem Schlupf in der Bursa Fabricius und im Thymus. Eine abschließende Ausreifung des adaptiven Immunsystems erfolgt auch erst nach dem Schlupf und ist in der Regel Antigen-abhängig, was den Kontakt mit Mikroflora voraussetzt. Beispielsweise ist das Darm-assoziierte lymphoide Gewebe bereits um den vierten Tag nach Schlupf funktionell ausgreift, während die sekretorische IgA-Antwort sich erst langsamer aufbaut und als ausgereift zum Ende der zweiten Lebenswoche angesehen werden kann.  Insgesamt kann die Zeit zwischen der zweiten und sechsten Lebenswoche als eine Aktivierungsphase des Immunsystems angesehen werden, welche durch eine erhöhte Expression von proinflammatorischen Zytokinen und Immunglobulinen charakterisiert ist, und dann anschließend von einer mehr homöostatischen Phase abgelöst wird.

Möglichkeiten der effektiven Nutzung der maternalen Immunität im Hühnerküken

Dr. Egbert Mundt
Boehringer Ingelheim Veterinary Research Center GmbH & Co. KG

egbert.mundtboehringer-ingelheimcom 

Die Impfung der Elterntierherden mit wirksamen, qualitativ hochwertigen und verträglichen Impfstoffen ist gängige Praxis in der Geflügelproduktion weltweit. Diese aktiv gebildete Immunität wird passiv mittels Immunglobulinen via dem Eidotter auf des Küken übertragen. Diese passive, nach dem derzeitigen Kenntnisstand ausschließlich Antikörper-abhängige Immunität. interferiert mit einer aktiven Immunisierung des heranwachsenden Hühnerkükens während der ersten Lebenswochen. Möglichkeiten der effektiven Nutzung der passiven Immunität und einer nachfolgenden aktiven Immunisierung werden dargestellt und diskutiert.

Einflussfaktoren auf die Ausbildung der Immunkompetenz von Geflügel (Junghennen) in der Aufzucht

Dr. Thorsten Arnold
Tierärztliche Gemeinschaftspraxis Dres. Arnold in Ankum

Schutzimpfungen haben in der Geflügelproduktion von je her einen hohen Stellenwert. Sie sind für die Prophylaxe und Bekämpfung von Infektionserregern, Zoonoseerregern und Tierseuchen seit Jahrzehnten unverzichtbar. In den kommenden Jahren werden Impfungen und damit die vorbeugende Gesundheitsprophylaxe in den Geflügelbetrieben einen noch höheren Stellenwert einnehmen. Gründe dafür sind der wachsende Anteil der Bioproduktion mit eingeschränkten therapeutischen Möglichkeiten, die Diskussion um rückstandsfreie Lebensmittel und um hoch resistente Erreger (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus – MRSA, Extended Spectrum ß-Lactamasen – ESBL-Keime) in der Tierhaltung. Dazu kommt die restriktive Zoonose Gesetzgebung der Europäischen Union, die dazu führt Krankheiten und Zoonoseerregern in Geflügelbeständen durch gezielte Impfstrategien vorzubeugen, anstatt sie durch therapeutische Behandlungen zu bekämpfen oder im Falle einer Zoonose die Geflügelbestände und ihre Produkte unschädlich zu beseitigen. Einen hohen Stellenwert werden dabei auch bestandsspezifische Impfstoffe haben, die verhältnismäßig schnell auf bestandsspezifische Probleme angepasst werden können.

Somit ist es umso wichtiger bereits in der Aufzucht eine sinnvolle Impfstrategie zu verfolgen, die am Ende der Aufzucht Junghennen hervorbringt, die ein hohes Maß an Immunkompetenz haben, um den Herausforderungen der modernen Geflügelhaltung (Auslauf, Wildvogelkontakt etc.) bestmöglich begegnen zu können. Wobei Immunkompetenz wie folgt zu definieren ist: Immunkompetenz ist die Fähigkeit eines Organismus/Tieres auf einen Antigen-Reiz (z.B. einen Impfstoff oder eine Feldinfektion) zu antworten. Der Begriff wird sowohl zur Beschreibung von Zellen (immunkompetenter Lymphocyt) als auch ganzer Organismen verwendet.

Die spezielle Immunkompetenz umfasst die Fähigkeit, auf einen bestimmten Antigen-Stimulus zu antworten, die allgemeine Immunkompetenz ist die generelle Fähigkeit eines Organismus, auf antigene Reize verschiedener Art adäquat zu antworten.

Wie wir bereits in den vorausgegangenen Vorträgen gehört haben, verfügt das Immunsystem des Vogels im direkten Vergleich mit dem Säugetier über einige Besonderheiten. Insbesondere fehlen die Lymphknoten und damit der primäre Ort der Aktivierung des adaptiven Immunsystems. Wo dieser Prozess abläuft ist noch nicht geklärt. Allerdings spielen sicherlich mukosale Oberflächen eine große Rolle.

In diesem Vortrag werden verschiedene Impfstrategien, die aus Sicht eines Praktikers zur Ausbildung einer immunkompetenten Junghenne führen, vorgestellt. Dabei geht es nicht um die Präsentation wissenschaftlicher Studien oder um die Präsentation von Marketing-Konzepten eines oder mehrerer Hersteller, sondern einfach um die Darstellung praktischer Erfahrungen in der Junghennenaufzucht und der anschließenden Legehennenhaltung. Es wird sowohl auf die Tiergesundheit, Impffehler, Applikationstechniken und die Diagnostik eingegangen werden. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Impfstrategien gegen Marek-Disease, Infektiöse Bronchitis, Newcastle-Disease, Infektiöse Laryngotracheitis und Salmonellen gelegt werden.

Kontakt:
Dr. Thorsten Arnold
Tiefer Weg 39
49577 Ankum
Tel.: 0049 5462 449 
Fax: 0049 5462 8045 
Mobil: 0049 172 3551975 
e-mail: th.arnoldlabor-arnoldde
www.gefluegelspezialist.de

Pneumoviren bei Huhn und Pute: Untersuchungen zur Antikörperentwicklung nach Impfungen und zum Vorkommen bei nicht geimpften Legehennen

Dr. Dr. habil. Holger Salisch
Tiergesundheitsdienst Bayern e.V., Geflügelgesundheitsdienst

Im Rahmen der vom Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und der Bayerischen Tierseuchenkasse geförderten Projekten wurden im Jahr 2014  Proben von 54 Legehennen- und in den Jahren 2013 und 2014 Proben von 12 Mastputenbeständen genommen.

Im Vordergrund der Untersuchungen bei Hühnern stand die Frage, welche Verbreitung ART bei Legehennen in Bayern hat und in welchem Umfang Bestände in der Aufzucht geimpft werden. Kommen Hennen bereits in der Aufzucht mit Impfstoff in Kontakt, sind Ergebnisse ungepaarter Blutuntersuchungen für die Diagnostik im Krankheitsfall wenig aussagekräftig.  Umgekehrt ist bei nicht geimpften Herden ein serologischer Nachweis von Antikörpern gegen ART im ELISA kein sicherer Hinweis darauf, dass diese erst im Zuge der Atemstörung gebildet wurden und eine frische Feldinfektion vorliegt. Trotz dieser Umstände wurde in der Studie nur eine Blutentnahme (je 10 Proben) je Herde durchgeführt. In erster Linie sollte die Prävalenz von Antikörpern und damit auch das Vorkommen von ART in nicht geimpften Herden ermittelt werden.

Die Untersuchungen weisen auf einen unterschiedlichen Erfolg der Impfmaßnahmen hin. Eine weit höhere Zahl seropositiver Herden als geimpfter Herden und die Höhe der gefundenen Titer lassen vermuten, dass ein Teil der nicht geimpften Hennen in der Aufzucht Kontakt zu mit Lebendimpfstoff geimpften Junghennen hatte. In der PCR konnten Pneumoviren bis auf einen Betrieb mit akuten Atemstörungen nicht nachgewiesen werden. Bei den übrigen Betrieben mit Atemstörung sind vermutlich andere Infektionen die Ursache. Trotzdem ist  aufgrund der serologischen Ergebnisse dieser Studie die Untersuchung von Rachentupfern in der PCR empfehlenswert. Gleiches gilt für eine serologische Kontrolle geimpfter Legehennen wenige Wochen nach Einstallung. Dies dient auch der Schaffung eines Ausgangswertes für spätere diagnostische Untersuchungen.

Bei Puten ist die Sprayvakzination in der Brüterei die Regel. Unterschiede gibt es aber bei der Wahl der Impfstoffe, Impfzeitpunkte und Applikation der Impfstoffe. Die Ergebnisse der ELISAs (10 Blutproben je Herde und Termin) zeigen, dass die Puten der 23 untersuchten Herden erst spät in der Aufzucht nennenswerte Titer erreichen. Ein serologischer  Effekt der Vakzinationen in den Brütereien in der 4./5. Lebenswoche ist nicht erkennbar. Untersuchungen in der 8./9.  und 14./15 Lebenswoche und von Schlachtblut der Herden zeigen teils unterschiedliche Verläufe der Titer von Betrieb zu Betrieb und Durchgang zu Folgedurchgang auf, teils aber auch hohe Ähnlichkeiten der beiden Durchgänge der Betriebe. Eine gleiche Impfstrategie und gleiche Impfzeitpunkte sind die wahrscheinlichste Ursache, möglicherweise aber auch ein konstanter Infektionsdruck auf den Hofstellen. Aussagen zum tatsächlichen Schutz vor ART lassen sich aus den Untersuchungen nicht ableiten. Aufgrund des z.T. massiven Einsatzes von Lebendimpfstoff wurden bei Puten keine Rachentupfer in der PCR auf ART untersucht.

Kontakt:
H. Salisch
Tiergesundheitsdienst Bayern e.V., Geflügelgesundheitsdienst,
Senator-Gerauer-Str. 23,
85586 Poing / Grub

Was verraten uns Elisa Antikörperbestimmungen beim Masthähnchen?

Dr. Franz Aigner
Brüterei Süd

Im Schatten der 16. AMG Novelle wird die Diagnostik viraler Triggerinfektionen immer dringender, um geiegnete Impfmassnahmen einleiten zu können und den Antibiotikaverbrauch zu minimieren. Aufgrund bereits bestehender umfangreicher Impfprogrammen beim Masthähnchen sind klinisch erkennbare Virusinfektionen immer seltener geworden.  Dennoch sind virale Einflüsse als Wegbereiter für bakterielle Erkrankungen häufig zu beobachten.  Welche Aussagekraft besitzen dabei die Elisa AK Bestimmungen beim Masthähnchen? Inwieweit müssen maternale AK - Titer und durch Impfung hervorgerufene AK - Titer berücksichtigt werden? Wie hoch muss der AK – Titer nach einer Impfung sein? Dies sind häufig gestellte Fragen, denen der Geflügelpraktiker gegenüber steht.

Kontakt:
F. Aigner; Fachtierarzt für Geflügel
Brüterei Süd
Peter-Henlein-Strasse 1
D-93128 Regenstauf
email: Franz.Aignerbrueterei-suedde

Verlauf und Bedeutung maternaler Antikörper bei Jungmastputen (Meleagris gallopavo)

Dr. Ronald Günther
HEIDEMARK Veterinärlabor, Haldensleben

Die zur Klasse der Immunglobuline gehörenden maternalen Antikörper (mAK) stellen für das geschlüpfte Küken einen wesentlichen Schutzmechanismus beim frühen Kontakt mit bestimmten Krankheitserregern dar. Die Übertragung von der Henne auf das Küken erfolgt in der frühen Phase der Eibildung. Die in den oberflächlichen epithelialen und glandulären Zellen des Eileiters gebildeten und akkumulierten Immunglobuline G (IgG) werden während der Follikelreifung in den Dotter des Follikels übertragen. Im Rahmen der Embryonalentwicklung gehen die mAK durch Verbrauch des Dotters auf den Embryo über. IgA und IgM werden über die Amnionflüssigkeit übertragen, indem der Embryo diese abschluckt. Sind mAK nicht oder in nicht ausreichendem Maße beim Küken vorhanden, kann es bei frühem Antigenkontakt zu massiven Verlusten bereits in den ersten Lebenstagen kommen. Welche mAK´s und in welcher Höhe diese notwendig sind, ist stark von Region zu Region und von den Haltungsbedingungen und dem Management abhängig. Obwohl grundsätzlich gewünscht, können hohe mAK-Spiegel mit frühen Immunisierungen interferieren, so dass nur eine unzureichende Immunreaktion erfolgt. Jüngere Untersuchungen und Praxisversuche zeigen allerdings, dass diese Beeinflussung zwar grundsätzlich besteht, unter den Bedingungen eines hohen Felddruckes eine frühe Impfung sowohl mit lebenden als auch abgetöteten Antigenen aber durchaus sinnvoll und wirksam ist. Eine gute Kenntnis der mAK-Spiegel und –Verläufe sowie der regionalen Besonderheiten hinsichtlich Antigendruck stellen daher die Basis einer soliden Immunprophylaxe dar. Im Rahmen des Vortrages werden beispielhaft Puten-spezifische Pathogene und die Bedeutung spezifischer mAK dargestellt.

Kontakt:
Dr. Ronald Günther; Fachtierarzt für Geflügel
HEIDEMARK GmbH
- Veterinärlabor –
Jakob-Uffrecht-Str. 20
39340 Haldensleben
Email: ronald.guentherheidemarkde

Wirkung der Impfstoffe gegen die Marekschen Krankheit: Ein Buch mit sieben Siegeln

Prof. Benedikt Kaufer
Institut für Virologie, Freie Universität Berlin, Robert-von-Ostertag-Straße 7-13, 14163 Berlin

Bernd Kaspers
Veterinärwissenschaftliches Department, Institut für Tierphysiologie, Ludwig-Maximilians-Universität München, 80539 München

Die Marek’sche Krankheit (MD) wird durch ein hoch onkogenes Alphaherpesvirus verursacht und zeichnet sich durch Polyneuritis, viszerale Lymphome und Immunosuppression aus. Zur Bekämpfung von MD werden weltweit Impfstoffe eingesetzt, die Tiere vor den klinischen Symptomen schützen, jedoch keine sterile Immunität bieten. Obwohl zum Zeitpunkt der Impfung das adaptive Immunsystem nur bedingt funktional ist, bieten die Impfstoffe einen guten Schutz. Dieser Vortrag wird die Impfung und Infektion in der frühen Lebensphase der Tiere adressieren.

Erreger der Mareksche Krankheit, Wegbereiter anderer Erkrankungen?

TA Roland Küblböck
Sächsische Tierseuchenkasse

Die Mareksche Krankheit ist eine Bestandserkrankung, die bei Rassehühnern immer wieder zu massiven Verlusten in der Junghennenaufzucht führt. 
Diese hochansteckende Viruserkrankung ist weltweit verbreitet. Sie wird durch Herpesviren verursacht, die in der Umwelt und den Tieren sehr lange infektiös bleiben und somit eine permanente Infektionsgefahr darstellen. Neben den klinischen Erkrankungen kommt es auch zu einer Schwächung des Immunsystems, so dass die Tiere anfällig für weitere Krankheitserreger werden. Um das Vorkommen und die Ausbreitung der Marekschen Erkrankung in Zuchtbeständen zu erfassen und zu bekämpfen, wurde ein Programm für Rassehühnerhalter entwickelt.

Gezielte Untersuchungen von verendeten oder selektierten Tieren mit Marekverdacht sollen ein objektives Bild über das Vorkommen und Ausbreitung der Erkrankung geben. Im letzten Jahr wurden insgesamt 58 Tiere von 43 Geflügelzüchtern zur Untersuchung eingesendet, bei denen neben Marek auch andere bestandsgefährdende Erkrankungen wie Kokzidiose und Tuberkulose diagnostiziert wurden. Unter den eingesendeten Tieren befanden sich auch 17 Jungtiere, die gegen Marek geimpft waren. Bei 40 Tieren wurde eine Infektion mit Erregern der Marekschen Krankheit diagnostiziert. Bei 5 geimpften Tieren wurden tumoröse Veränderungen festgestellt, die eindeutig durch Erreger der Marekschen Krankheit verursacht wurden. Ob es sich bei diesen Fällen um Infektionen mit besonders virulenten Erregern handelte, die trotz Impfung zu einer Erkrankung führten oder sich aufgrund von nicht fachgerechten Impfungen kein Impfschutz aufbauen konnte, ließ sich jedoch nicht mehr klären. Das Auftreten einer Virulenzsteigerung bei den Erregern der Marekschen Krankheit ist nicht auszuschließen und muss bei zukünftigen Untersuchungen weiter beachtet werden. 

In der Regel gilt, dass Impfungen gegen die Mareksche Krankheit die Bestände  sinnvoll schützen können. Zurzeit sind jedoch die verfügbaren Impfstoffe gegen die Mareksche Krankheit in ihrer Anwendung und in ihren Abpackungsgrößen für Rassegeflügelzüchter nicht praktikabel und es steht leider zu befürchten, dass die Impfungen gegen die Mareksche Krankheit weiter zurückgehen werden.

Nur durch Absprachen von Geflügelzüchtern über synchronisierte Schlupftermine und gemeinschaftliche  Impfungen und das gezielte Ansprechen von einzelnen Tierärzten, die bereit sind, für mehrere Zuchtvereine Impftermine festzulegen, kann ein Impfschutz gegen die Mareksche Krankheit erreicht werden.

Kontakt:
Roland Küblböck
Geflügelgesundheitsdienst
SÄCHSISCHE TIERSEUCHENKASSE 
Brückenstr. 2
09322 Penig
kueblboecktsk-sachsende | http://www.tsk-sachsen.de

Impfprophylaxe beim Wassergeflügel

Dr. Swaantje Rönchen
AniCon Labor GmbH, Höltinghausen

Für die Anwendung beim Wassergeflügel sind derzeit sechs Impfstoffe in Deutschland zugelassen, die insgesamt drei  Antigengruppen umfassen:

  • ein Salmonella Enteritidis/ Typhimurium-Lebendimpfstoff für Mastenten,
  • vier Parvovirus-Lebendimpfstoffe für Flugenten, von denen 2 auch für Gänse zugelassen sind, sowie
  • ein Pasteurella multocida-Inaktivatimpfstoff für Enten und Gänse, welcher aber seit längerer Zeit nicht verfügbar ist.

Die beim Wassergeflügel vorkommenden Infektionskrankheiten werden jedoch von einer Vielzahl verschiedener Erreger verursacht. Eine Impfprophylaxe mit bestandsspezifischen Impfstoffen ist daher oft die einzige Möglichkeit, Wassergeflügelbestände ausreichend zu schützen.

Der Vortrag gibt einen Überblick über beim Wassergeflügel relevante Infektionserreger, deren Diagnostik und die Prophylaxemöglichkeiten mit zugelassenen und bestandsspezifischen Vakzinen.

Kontakt:
AniCon Labor GmbH
Dr. Swaantje Rönchen
Mühlenstr. 13a
49685 Höltinghausen
E-mail: roenchenaniconeu