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6. Dresdner Kolloquium

Ein Tagungsbericht

Anfang Juni fand das 6. Dresdner Kolloquium statt. Als tierärztliche Fortbildungsveranstaltung widmet sich die jährlich wiederkehrende Fortbildungsreihe Themen der Geflügelmedizin und wird gemeinsam durch das Friedrich-Loeffler-Institut, die Sächsische Tierseuchenkasse und die Sächsische Landestierärztekammer ausgerichtet. Das Thema der diesjährigen Veranstaltung lautete „Salmonellen in Geflügelhaltungen, quo vadis“. Die mit 68 Teilnehmern ausgebuchte Veranstaltung gestattete einen sehr intensiven Gedankenaustausch und verdeutlichte die nach wie vor bestehende Aktualität dieses Themas.

Im Einleitungsblock gab Herr PD Dr. U. Methner, FLI Jena, einen Überblick über den Erreger, die Epidemiologie mit den Besonderheiten der Salmonella-Enteritidis-Pandemie und die Möglichkeiten der Bekämpfung von Salmonella-Infektionen beim Geflügel. Die Darstellung der epidemiologischen Situation wurde von Frau Prof. Käsbohrer, BfR Berlin, abgerundet, die anhand des Verlaufs der Salmonellen-Inzidenz beim Menschen insbesondere die Erfolge der Salmonellenbekämpfung beim Geflügel darstellen konnte. 

Zusammenfassend kann konstatiert werden, dass durch die Bekämpfungserfolge im Zuchtbereich Salmonella-freie Küken für die Produktion zur Verfügung gestellt werden können. Die größte Herausforderung besteht gegenwärtig darin, einen hohen Hygienestandard in diesen Betrieben zu gewährleisten, um die Tiere in Salmonella-freien Stallungen aufzuziehen.

Die Übersichtsvorträge wurden von Frau Prof. Rautenschlein, TiHo Hannover vervollständigt, die über die Immunbiologie der Salmonella-Infektion beim Huhn referierte. Sie stellte heraus, dass der Verlauf einer Salmonella-Infektion durch ein komplexes Zusammenspiel aus Wirt, Art der Salmonella-Serovar und Umwelteinflüssen beeinflusst wird. 

Die sich anschließenden praxisbezogenen Vorträge machten deutlich, dass die konsequente Umsetzung betrieblicher Hygienesysteme die Voraussetzung für eine längerfristige erfolgreiche Salmonella-Bekämpfung bei Legehennen, Masthähnchen und Puten ist. In einer sehr konstruktiven Diskussion wurden Fragen zur bakteriologischen und molekularen Salmonella-Diagnostik, zur Umsetzung gesetzlicher Vorgaben bei der Bekämpfung und zur praktischen Durchführung von Bekämpfungsverfahren besprochen. In den Vorträgen wurde ebenfalls deutlich, welche Rolle die Betriebshygiene bei der Vorbeugung und Bekämpfung von Salmonella-Infektionen spielt. Dies muss bereits bei der Planung von Stallungen und der Organisation von Arbeitsabläufen beginnen und ist darauf auszurichten, dass für Stallungen eine stringente Abgrenzung besteht. Nur so besteht die Möglichkeit, im Falle eines Salmonella-Nachweises getrennte epidemiologische Einheiten zu definieren. Das Hygienekonzept wurde von Herrn Dr. F. Aigner, Brüterei Süd, auf den Punkt gebracht, indem er feststellte: „Salmonellenbekämpfung erlaubt keine Kompromisse“, d.h. die schwächste Stelle kann den gesamten Sanierungserfolg gefährden.

Als Fazit ist zu konstatieren, dass bei allen Fortschritten der Salmonellenbekämpfung im Geflügelbereich ein Restrisiko einer Übertragung durch Geflügelprodukte auf den Menschen bestehen bleibt. Anstrengungen aller beteiligten Partner sind daher hochzuhalten, damit Erreichtes nicht gefährdet wird bzw. weitere Verbesserungen möglich werden.

Mit dem Dank der Organisatoren an alle Vortragende und die Diskussionsleiter sowie der Ankündigung des 7. Dresdner Kolloquiums am 6. Juni 2017 endete die Veranstaltung. Weitere Details und zur Verfügung gestellte Vorträge sind auf dieser Homepage verfügbar.

Autoren: PD Dr. C. Grund, PD Dr. U. Methner & TA R. Küblböck